50 Jahre an der Kirchenorgel!

Interview mit Kantor Hans-Jochen Vogt

Kantor Hans-Jochen Vogt, die Gnadenkirche und die Steinmeyer-Orgel gehören zusammen. Seit 1976 verantwortet er die Kirchenmusik der Gemeinde und erzählt aus seinem Organistenleben.

Gleich nach seiner Konfirmation hat Hans–Jochen Vogt seine Laufbahn an der Orgel begonnen — durch eine besondere Verbindung: Pfarrer Webers Schwester war seine Patentante! Diese Patentante brachte ihn schon mit 14 Jahren auf die Orgelbank. Zwischen Haupt- und Kindergottesdienst gab ihm der damalige Organist Herr Winnes Unterricht. So erlernte Hans–Jochen Vogt neben seinem Hauptinstrument Cello auch das Orgelspiel. Durch seine gesamte Schul– und Studienzeit hindurch begleitete er immer wieder Gottesdienste in der Gnadenkirche und in Gethsemane.
 
Im Oktober 1976 wurde er dann gebeten, übergangsweise den gesamten Organistendienst in der Gnadenkirche zu übernehmen. Bis Januar sollte er jeden Gottesdienst musikalisch begleiten, dann würde er sein Referendariat beginnen. Es kam ganz anders: Aus diesen drei Monaten wurden 50 Jahre! So lange begleitet Hans-Jochen Vogt uns und unseren Gesang schon: Treu und zuverlässig (zur Not auch mit Erkältung), mit anspruchsvollen Vor– und Nachspielen, offen für neue Lieder und immer mit viel Schwung bei den Melodien. Oft engagiert er für die Gemeinde auch befreundete Musikerinnen und Musiker, die mit ihm gemeinsam Gottesdienste und Konzerte gestalten. Für all das wollen wir ihm von ganzem Herzen danken!

Eine Kostprobe seines Könnens gibt es am 3. Advent wieder einmal zu erleben, beim festlichen Adventskonzert. Und offiziell feiern wir das Jubiläum am 18. April um 10 Uhr mit einem konzertanten Gottesdienst, zu dem alle jetzt schon herzlich eingeladen sind.
 
Wir haben Herrn Vogt auch einige Fragen gestellt:

Was schätzen Sie am Instrument Orgel?
Vogt:  Da ich meine ersten Schritte auf der Orgel schon auf unserer Steinmeyer–Orgel unternommen habe, ist sie mir natürlich ans Herz gewachsen. Mit 23 Registern bietet sie für eine Vorortgemeinde ein gutes Spektrum an Klangmöglichkeiten. Das ist ein Vorteil der in den Nachkriegsjahren verwendeten Bauweise. Nachteilig könnte eine hohe Störanfälligkeit sein. Aber nicht bei unserer Orgel! Sie ist durch regelmäßige Wartungen und Umbauten auf neueste Sicherheitsstandards in einem sehr guten Zustand.

Was ist Ihr liebstes Kirchenlied?
Vogt:  Ein liebstes Kirchenlied habe ich nicht. Ob ich im Gottesdienst ein Lied besonders gern spiele, hängt von Jahreszeiten, Situationen und Stimmungen ab.

Was ist anstrengend an Ihrer Tätigkeit als Organist?
Vogt:  Bei „anstrengend“ fällt mir spontan Heilig Abend und der 1. Weihnachtsfeiertag ein. Fünf Gottesdienste in 24 Stunden und das mit teilweise „lebhaften“ Gemeinden. Aber das gehört eben auch dazu.

Was war Ihr schönstes musikalisches Ereignis in der Gnadenkirche?
Vogt:  Ein besonders Ereignis hervorheben kann ich nicht und es wäre auch nicht angemessen. Natürlich sind die letzten 10 Jahre am besten in Erinnerung. Da waren die Bach–Kantate „mein Herze schwimmt im Blut“, Haydns „Sieben letzten Worte ...“ in der Streichquartett–Version und zuletzt das Konzert zum 75–jährigen Jubiläum der Gemeinde. Welches davon möchte man zurücksetzen?

Was gefällt Ihnen an unserer Gemeinde?
Vogt:  In unserer Gemeinde gibt es eine große Offenheit und Akzeptanz. Es gibt viel Tradition aber auch Neuerungen sind immer möglich.
 
Wir freuen uns auf noch viel schöne Kirchenmusik mit Hans-Jochen Vogt!